Dienstag, 13. August 2019

Rezi: Felicity Whitmore - Das Herrenhaus im Moor

Ein verfallenes Herrenhaus wird für Laura Milton zum Schlüssel in die Vergangenheit. Denn das Schicksal der Lady Victoria Milton wirft seine Schatten bis in die Gegenwart ... Exmoor, gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Die 20-jährige Victoria wird bald ein ansehnliches Vermögen erben. Doch ihr Vormund Richard hat seine eigenen Pläne mit ihrem Geld und verbannt sie in eine Anstalt für Geisteskranke – aus der Arthur, einer von Richards Bediensteten, ihr zur Flucht verhilft. Als sich Victoria, fest entschlossen, ihr Erbe wiederzuerlangen, nach Jahren aus der Deckung wagt, ist ihr Schicksal besiegelt.
Text und Bild: dtv -Verlag






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Veröffentlicht im dtv-Verlag (30.11.2018)
als Paperback gelesen ~*~ 416 Seiten
Paperback: 9,95 € ~*~ E-Book 8,99 €
ISBN: 978-3-423-21763-7
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Laura hat Geburtstag und will den Abend mit ihrem Mann verbringen. Sie hatten diesen Abend vor einiger Zeit schon vereinbart und sie freut sich sehr darauf, endlich wieder Zeit mit ihm zu verbringen, ist er im Job doch sehr eingespannt. Doch als sie im Lokal eintrifft, ist er nicht allein. Geschäftspartner von ihm sitzen am Platz, sie haben schon gegessen und haben durchweg gute Laune. Laura´s Laune wird von Minute zu Minute schlechter. So schlecht, dass sie sich streiten und ihr Mann allein nach Hause fährt. Sie hat sich entschlossen, mit dem Zug zu fahren um sich zu beruhigen. Auf dem Weg nach Hause sieht sie auf der Autobahn viel Blaulicht, denkt sich aber nichts dabei....
Nach der ersten Fassungslosigkeit findet sie einen sehr alten Brief von jemanden ohne Unterschrift. Darin steht, dass Frank, Lauras verstorbener Mann, in Gefahr ist. War dieser Unfall also gar kein  Unfall, sondern provoziert worden, wie Laura schon die ganze Zeit vermutet hatte? 

1898 feiert Victoria Milton ihren 20. Geburtstag. Doch nichts ist mehr so, wie es mal war. Ihr Onkel ist seit dem Tod ihres Vaters ihr Vormund. Eigentlich sollte Victoria alles erben, doch ihr Onkel hat andere Pläne und gibt das Geld mit vollen Händen aus. Er möchte, dass sein Sohn Charles sie heiratet, doch Victoria gibt ihm einen Korb und das besiegelt leider ihr Schicksal. Victoria verschwindet plötzlich, doch nicht wirklich freiwillig.

Ich fand die Geschichte rund um Victoria und ihr Schicksal einfach super geschrieben. Es hat mich mitgerissen, es hat mich mitleiden lassen. Jedesmal wenn ein Kapitelwechsel statt fand, wollte ich das eigentlich gar nicht, denn ich wollte Victorias Geschichte weiter verfolgen. 
Laura hingegen, in der Gegenwart, konnte mich nicht wirklich überzeugen. Sie wirkte, im Gegensatz zu den Figuren aus der Vergangenheit, eher blass und unscheinbar. Aber auch ihre Naivität war für mich nicht real. Ja, es gibt Menschen, die sehr naiv sind, aber das war schon sehr grenzwertig und manchmal sogar unglaubwürdig. Wahrscheinlich konnte ich deshalb keine Verbindung zu ihr aufbauen. Ihre Geschichte ist eigentlich auch tragisch, doch nicht so spannend dargestellt, wie die Vergangenheit. Ich hätte mir hier etwas mehr gewünscht und eine bessere Ausarbeitung der Charaktere, die eigentlich sehr wichtig sind, um "dran bleiben" zu wollen. Auch ihre Geschichte wirkte, im Gegensatz zu der von Victoria, blass und unscheinbar. Mag daran liegen, dass sie langsam aufgebaut wird, aber es konnte mich dennoch nicht überzeugen.



Ich hätte 5 Sterne gegeben, wenn mich die Gegenwart um Laura genauso überzeugt hätte, wie die Vergangenheit, rund um das Schicksal von Victoria Milton. Aber leider blieb sie etwas blass. Ich vergebe 4 Sterne für "Das Herrenhaus im Moor".

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