Montag, 15. April 2019

Rezi: Claudia Winter - Das Honigmädchen

Die alleinerziehende Camilla kämpft an allen Fronten: Täglich muss sie sich im väterlichen Delikatessenhandel beweisen, während ihre fünfzehnjährige Tochter Marie gegen sie rebelliert. Und dann wird sie auch noch nach Südfrankreich geschickt, um mit einer Honigmanufaktur zu verhandeln – im Gepäck das tobende Mädchen und ihren nervtötenden Nachbarn, der sich ihnen spontan angeschlossen hat. Kein Wunder, dass sich das pittoreske Bergdorf Loursacq zunächst als wenig heilsam für die angespannten Gemüter erweist. Doch Camilla krempelt die Ärmel hoch – und lernt zwischen Tomatenstauden, Rebstöcken und Olivenbäumen, dass die guten Dinge im Leben erst dann auf zarten Flügeln herbeifliegen, wenn man bereit für sie ist …
Text und Bild: Goldmann-Verlag



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Veröffentlicht im Goldmann-Verlag (18.03.2019)
als TB gelesen ~*~ 448 Seiten
Taschenbuch: 9,99 € ~*~ E-Book 9,99 €
ISBN: 978-3-442-48574-1
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Camilla hat es nicht gerade einfach in ihrem Leben. Sie ist geschieden, kümmert sich um ihre Tochter, bzw. versucht es, doch auch sie macht ihr das Leben nicht gerade einfacher. Zudem kämpft sie beruflich in der Firma ihres Vaters immer wieder um Anerkennung. Da das aber noch nicht genug ist, hat sie noch einen überaus nervigen Nachbarn, der sehr oft laute Musik in der Nacht macht.

Ihr Vater kommt auf die gloreiche Idee, Camilla zu einer Honigmanufaktur nach Südfrankreich zu schicken. Sie soll ihre Tochter mitnehmen, damit das Verhältnis wieder besser wird. Doch genau die ist davon überhaupt nicht angetan und verschwindet an einem Rastplatz. Ausgerechnet ihr nerviger Nachbar kommt ihr zur Hilfe. 
In Frankreich angekommen, erwartet die drei dann noch eine Überraschung, mit der sie so nicht gerechnet haben.

Ich hatte einige Schwierigkeiten, der Geschichte wirklich richtig zu folgen. Lag sicherlich daran, dass mir der Charakter Camilla so überhaupt nicht gefallen hat. Camilla ist ein sehr unsicherer Charakter, durchaus auch der Vergangenheit geschuldet. Doch ihre Reaktionen auf ihre Tochter finde ich manchmal echt überzogen dargestellt. Natürlich macht man sich als Mutter Sorgen um seinen Nachwuchs, aber so manchesmal hätte ich am liebsten eher Camilla durchgeschüttelt, als Marie. Camilla war an manchen Stellen einfach nur noch nervig, so dass ich manches quer gelesen habe, wenn sie wieder einen ihrer Anfälle hatte.

Marie hingegen hat mir am Anfang auch überhaupt nicht gefallen, doch hat sie, in meinen Augen, die größte Veränderung und Weiterentwicklung durchgemacht, als so manch anderer Charakter. Ihre Art, um Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu buhlen, konnte ich derart nachvollziehen, denn Camilla hat sich von ihrer eigenen Tochter entfernt. Sie war nur noch auf die Firma, das Feinkostgeschäft ihres Vaters, fixiert, wollte die Anerkennung ihres Vaters haben. Eigentlich genau das gleiche Verhalten, welches ihre Tochter an den Tag gelegt hat, doch verstanden hat sie es nicht. 

Ich mochte den Charakter von Henri. Verschroben, alt und doch auf seine eigene Art sympathisch. 

Die Autorin hat mich mit ihrem Schreibstil auf eine Reise in die Provence mitgenommen, in der ich den Lavendel schon vor mir sah. Ich konnte ihn riechen, ihn sehen. Das fand ich toll. Ich konnte in die Geschichte eintauchen und die Protagonisten neben mir sehen, als wäre ich ein Teil der Geschichte.


Auch wenn die Geschichte wirklich gut war, viele Charaktere mir gefallen haben, so konnte ich definitiv nicht mit Camilla warm werden und das war sehr schade, nimmt sie doch den größten Teil der Geschichte ein. Ich konnte ihr Handeln zum Teil nicht verstehen, auch wenn man am Schluss darüber aufgeklärt wurde, warum sie es so tat. Ich vergebe für "Das Honigmädchen" von Claudia Winter 4 Sterne. Dies war mein erstes Buch der Autorin, wird aber sicherlich nicht das letzte gewesen sein.

Ich danke dem Goldmannverlag, sowie dem Bloggerportal, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Dies hatte keinerlei Auswirkung auf meine Meinung!


Weitere Bücher der Autorin:

  • Aprikosenküsse
  • Glückssterne
  • Die Wolkenfischerin
  • Das Honigmädchen

Claudia Winter schreibt als Carolin Wunsch:

  • Ausgerechnet Soufleé
  • Häppchenweise
  • Heul doch, Paulina!

Kommentare:

  1. Liebe Jenny, jetzt freu ich mich sehr über Deinen Blog hier! Ich habe gesehen, dass Du sogar noch einige Seiten mehr betreut! Klasse! Ja, die Camilla hat mir echt Kopfweh bereitet. Ich finde sie hat einen hässlichen Missklang in diese schöne Wohlfühlen-Geschichte gebracht. Aber es ja von der Autorin und Verlag wohl so gewollt und nun müssen sie auch mit unserer Kritik zurechtkommen ;-) . Ist es ok für Dich wenn ich Dich auf meine Blogroll-Liste einfüge? Falls nicht, sag mir kurz Bescheid!
    LG Angela

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    1. Huhu Angela, ich würde mich sehr freuen, in deiner Blogroll-Liste aufzutauchen. Ich mache das im Gegenzug natürlich ebenfalls, es sei denn, du hast etwas dagegen ;)

      Ich danke dir recht herzlich für deinen Besuch bei mir. Ich glaube, vornehmlich ist die Autorin dafür verantwortlich, wie sie die Figuren für den Leser zeichnet. Verlag eher weniger, aber okay, ich habe auch nicht wirklich die Ahnung davon.

      Lieben Gruß


      Jenny

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