Donnerstag, 14. März 2019

Interview mit Peter Beck zu Die Spur des Geldes

Hallo ihr Lieben!

Heute komme ich mal wieder mit einem Interview eines sehr sympathischen Autoren zu euch. 

Peter Beck schrieb die Thriller "Söldner des Geldes" und "Korrosion". Die Bücher handeln von Tom Winter, der Sicherheitschef einer großen Bank in der Schweiz ist. Lest in dem Interview, wie es mit Tom Winter weiter geht, und was Peter Beck privat so treibt, wie er zum Schreiben kam und vieles mehr. 

Das Buch wird am 21.03.2019 erscheinen. Also Save the Date!!!!!!

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!!!!
Copyright des Bildes: Sonja Riedel

 

1. In Deinen Büchern ist Tom Winter Sicherheitschef einer großen Bank in der Schweiz. War Dir von Anfang an klar, dass Deine Figur ein Sicherheitschef ist und nicht Polizist, Detektiv oder dergleichen? Warst Du der Meinung, der Leser braucht mal etwas neues? Also was neues in Form eines Berufes. 

Genau, die Rolle von Tom Winter ist in der Krimilandschaft einmalig. Für mich als Autor ist sie ideal. Ich kann den Sicherheitschef einer Privatbank überall hinschicken, geographisch, aber auch thematisch. Winters Bank hat Kunden auf der ganzen Welt. Einige davon haben keine blütenweisse Weste. Und da tote Kunden bekanntlich schlecht für’s Geschäft sind, wird es Winter nie langweilig...

Als Sicherheitschef hat Winter zudem eine spezielle Insider-Perspektive. Er sieht, wo das Geld herkommt und wohin es fliesst. Aber seine Rolle ist nicht immer ganz einfach, denn er ist immer im Sandwich zwischen seinem moralischen Kompass und dem cholerischen Chef, der noch mehr Geld verdienen will. Die Konflikte sind also vorprogrammiert.


2. Tom reist während seiner Fälle sehr viel durch die Welt. In "Die Spur des Geldes" reist Tom unter anderem in die Türkei oder auch nach Russland. Wie bist Du darauf gekommen, genau dort die Geschichte spielen zu lassen?  (noch habe ich es ja nicht gelesen, deswegen verzeih mir die Frage, falls sie blöd ist :) ) 

Ich bin durch Russland gereist, habe türkische Freunde und liebe es, Winter an spannende Schauplätze zu schicken. DIE SPUR DES GELDES beginnt zuerst harmlos, mit einer einfachen Routineanfrage des Berliner LKA zu einem dubiosen Konto bei Winters Bank. Als sich herausstellt, dass etwas nicht stimmt, folgt Winter dem Geld - und das führt ihn unter anderem nach München, London, Istanbul und Russland. Aber was er dort genau geschieht kann ich natürlich nicht verraten...;-)

3. Erzähle meinen Lesern doch etwas über Tom Winter und Deine Büchern. Ich bin nach "Korrosion" auf jeden Fall neugierig und wie ich Dir in einer Mail schon verraten hatte, habe ich immer mal wieder geschaut, wann das neue Buch heraus kommt. Im März ist es dann ja soweit. 

DIE SPUR DES GELDES (März 2019) ist der dritte Band der Reihe mit Tom Winter. Die drei Bände können übrigens problemlos unabhängig voneinander gelesen werden, denn es gibt keine übergreifende Geschichte im Hintergrund.

Winter war früher einmal Einsatzleiter bei einer polizeilichen Sondertruppe, liess sich dann aber vor ein paar Jahren von seinem heutigen Chef überreden zur Privatbank zu wechseln. Er ist wortkarg, sportlich, hat einen trockenen Humor und ist ein Mann der überlegten Tat, der auch mal zulangt.

Zusammen mit einer Katze wohnt er auf dem Land, wo er schrittweise ein altes Bauernhaus renoviert in dessen Garten er auch gerne mal entspannt im Liegestuhl liegt. Winter ist Single, sehnt sich aber nach einer Partnerschaft.

Am Anfang des ersten Bandes, SÖLDNER DES GELDES, ist er in Anne verliebt, die aber bei einem Helikopterabsturz ums Leben kommt. Dann begegnet er der geheimnisvollen Fatima, die eine ägyptische Firma führt. Im zweiten Band, KORROSION, hat er eine kurze, aber leidenschaftlich Affäre mit einer portugiesischen Polizistin. Und in DIE SPUR DES GELDES trifft er Anika.

Übrigens gibt es auf den mittlerweile gut 1300 Seiten über ihn keine Beschreibung seines Aussehens. Die Leserinnen und Leser haben genug Fantasie um sich auszumalen, wie er aussieht.

4. Tom Winter ist bekannt dafür, dass er Judo gemacht hat. Er hat sogar den schwarzen Gürtel erreicht. Betreibst Du noch Judo? Wie weit bist Du gekommen? Wie im Tae-Kwon-Do heißt der schwarze Gurt ja Dan. Welchen Dan hast Du erreicht? 

Das Judo ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten die ich mit meinem Helden teile. Ich habe früher regelmässig Judo trainiert und es bis zum ersten schwarzen Gurt (1. Dan) geschafft. Als dann meine Gelenke immer heftiger zu protestieren begannen, habe ich mit dem Training aufgehört. Aber die Philosophie hilft mir noch heute, beispielsweise wenn ich vor vielen Leuten eine Lesung habe.

5. Wenn Du für Deine Bücher recherchierst, verbringst Du dann auch viel Zeit bei Sicherheitsfirmen oder der Polizei, um deren Arbeit kennen zu lernen und somit den Lesern besser vermitteln zu können? 

Ich recherchiere oft beim Reisen oder bei der Arbeit. Wenn ich unterwegs bin mache ich Fotos möglicher Schauplätze. Und bei meinen Tätigkeiten in grossen Firmen begegne ich immer wieder Situationen und Charakteren, die mich inspirieren. Elemente davon baue ich dann in meine Geschichten ein. Aber in allen meinen Büchern steht wahrheitsgemäss: Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten sind rein zufällig.

6. Wenn Du Deine Figuren erschaffst, wie gehst Du da vor? Hast Du für Dich selber ein bestimmtes Bild im Kopf, wie die Person aussehen könnte, welche Du Dir dann über die Internet-Suche heraussuchst? Oder hast Du andere Methoden, um Figuren zu erschaffen?

Das Herausschälen faszinierender Figuren ist eine meiner Lieblingsbeschäftigung. Ich versuche einer Figur Leben einzuhauchen, indem ich viele kleine Beobachtungen zu einem Gesamtbild zusammensetze, sei das bezüglich der Vorgeschichte, der Beweggründe, des Verhaltens oder des Aussehens. Wenn man mit offenen Augen und Ohren durch den Tag geht, findet man immer wieder Puzzleteilchen, wenn man genau hinschaut, hinhört ist die Welt voll davon.

Während den diversen Überarbeitungsrunden füge ich dann weitere Anekdoten, Bemerkungen, Beobachtungen und Bewegungen ein, sodass die Figuren immer plastischer werden. Wenn mir das nicht gelingt, dann stampfe ich auch mal einen Charaktere wieder ein und streiche ihn komplett heraus. Das ist nicht einfach ist, denn man muss u.U. eine liebgewonnene Figur «killen».

7. Jetzt mal ein wenig weg von den Büchern. Wie bist Du privat? Welche Hobbies hast Du? Musikrichtung? Verreist Du gerne? Wo bzw. wie lebst Du? Haustiere? 

Entscheidend sind die Bücher, das heisst ich als Autor bin nicht wichtig. Die Leserinnen und Leser sollten einen Krimi nicht wegen des Autors, sondern wegen der Geschichte lesen.

Was ich über mich sagen kann ist eher langweilig. Ich mache gerne Sport draussen in der Natur (Joggen, Wandern, Golf, Skifahren) und reise für mein Leben gern. Musikalisch bin ich ein Kind der Achtziger und Neunziger. Da ich in einer Stadtwohnung in der Nähe viel befahrener Strassen lebe, gibt’s in meinem Haushalt leider keine Katze, denn als freiheitsliebender Mensch könnte ich es nicht verantworten, diese die ganze Zeit einzusperren.

8. Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Man beschließt ja nicht von jetzt auf gleich, dass man Autor werden möchte. Bist Du schon während der Kindheit damit angefangen?

Ich habe schon immer gerne gelesen und geschrieben. In der Primarschule hat mich die Bibliothekarin, Frau Zürcher, geprägt. Ich kann mich noch heute erinnern, in welchem Gestell die «5 Freunde» und die «3 Fragezeichen» standen. Und in der Schule hatte ich bei den Aufsätzen eigentlich immer gute Noten. Irgendwie ist es mir leichtgefallen, mir Sachen vorzustellen und Geschichten zu erfinden. Und bei meiner Arbeit in grossen Unternehmen, wo man nicht mehr mir allen Leuten reden kann, habe ich immer wieder erlebt, wie wichtig gute Texte für die ehrliche Kommunikation sind.

Vor gut 10 Jahren wurde dann meine Stelle wegrationalisiert und ich entschied mich, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Da ich am Anfang noch keine Aufträge hatte und nicht sieben Tage die Woche nur akquirieren konnte, suchte ich zum Ausgleich ein Projekt, das ich schon immer mal umsetzen wollte. In dieser Zeit schrieb ich das Manuskript des ersten Bandes SÖLDNER DES GELDES.

Es brauchte dann mehrere Jahre bis aus dem Manuskript ein Buch wurde (emons Verlag 2013). Seither ergänzen sich Projekte und Schreiben, d.h. wenn geschäftlich weniger los ist, komme ich mit dem Schreiben schneller voran.

9. Da ich weiß, dass man keine festen Schreibzeiten hat und somit der Schreibfluss auch nicht jeden Tag gleich ist, was tust du, um zu entspannen, weil bei dir der Schreibfluss gerade ins Stocken geraten ist?

Schreibblockaden kenne ich eigentlich nicht, aber manchmal geht es einfach etwas zäher als sonst voran. Dann versuche ich mich entweder mit Kaffee durchzubeissen oder mache kurze Pausen. Wenn das nichts nützt, gehe ich Joggen oder mache was komplett anderes. Denn schlimmer als nichts schreiben, ist schlechten Text zu produzieren. Zum Glück konnte ich mich bis jetzt immer erfolgreich gegen Abgabetermine wehren, das heisst ich machte nur mir selber Druck.

Wenn’s nicht so läuft, dann tröste ich mich damit, dass der Text mit jeder Überarbeitungsrunde etwas besser wird, sei das bezogen auf einen Abschnitt, ein Kapitel oder den ganzen Text. Am Ende des Tages ist Schreiben vor allem Fleissarbeit, 99% Schweiss und 1% Inspiration.
10. Wenn Du schreibst, hast Du bestimmte Rituale? Es gibt ja Autoren, die ihre Bücher per Hand schreiben und somit nicht in Versuchung kommen, im Internet abgelenkt zu werden. Oder hörst Du Musik beim schreiben? Oder brauchst Du absolute Ruhe? 

Am produktivsten schreibe ich, wenn ich Ruhe habe und mich voll auf Geschichte und Figuren konzentrieren kann. Spezielle Rituale habe ich keine. Um mich nicht ablenken zu lassen, räume ich aber vorher immer mein Pult auf und schliesse auf dem Bildschirm alle Fenster.

Schreiben ist Handwerk, Arbeit am Gedanken. Ein Schreiner baut ein Haus, ich schreibe ein Buch. Bei beiden hilft Routine und Erfahrung: Ich mache zum Beispiel jede Stunde 5 Minuten Pause, trinke alle zwei Stunden einen Kaffee und schreibe am Morgen besser als am Nachmittag.
11. Trotz Fiktion, die Du als Autor eines Buches verbreitest, nimmst Du manchmal auch die aktuelle Weltpolitik mit in Deinen Büchern auf? Ich will da jetzt auf nichts spezielles hinaus, aber manchmal ist es ja so, dass da irgendetwas aus der Politik oder dergleichen mit einfließt. 

Auf jeden Fall. SÖLDNER DES GELDES (1. Band) war von der Finanzkrise inspiriert. In KORROSION (2. Band) spielt Obado, ein sudanesischer Flüchtling eine zentrale Rolle. Und DIE SPUR DES GELDES (3. Band) setzt sich mit den zunehmenden Spannungen zwischen Ost und West auseinander.

Meine Thriller sind zwar in erster Linie Unterhaltung, reflektieren aber immer auch das Zeitgeschehen. Als Autor kann und will ich mich dem Zeitgeist nicht entziehen. Ich erinnere mich noch gut an den allerersten Zeitungsartikel über mein erstes Buch, der dieses als «intelligentes Lesevergnügen» bezeichnete, auch und gerade, weil es aktuell war.

DIE SPUR DES GELDES ist zwar reine Fiktion, aber wenn ich mir die Nachrichten anschaue, dann zweifle ich manchmal daran und hoffe, dass die Realität die Fiktion nicht ein- oder gar überholt.

12. Reist Du selber zu den Schauplätzen oder hilft Dir da Google Earth schon weiter und Recherchen im Netz? 

Die meisten Schauplätze habe ich bereist, einige von ihnen bereits vor Jahren. Das Internet kann zwar nützlich sein, beispielsweise um Distanzen und Zeiten zu verifizieren, aber damit kann man einen Schauplatz noch lange nicht riechen, nicht spüren.

Um einen Ort wirklich zu verstehen, ist es viel besser diesen zu begehen und alle Sinne ansprechen zu lassen, die Veränderung des Lichts zu beobachten, die Atmosphäre auf sich einwirken zu lassen.
13. Zu guter Letzt, ist eine weitere Geschichte mit Tom Winter geplant, oder hast Du ein anderes Projekt im Auge? 

Im Moment habe ich verschiedene Ideen für einen vierten Band mit Tom Winter. Da ich aber «leider» noch andere Projekte verfolge, sind diese bis jetzt erst skizziert. Aber der nächste Winter kommt ja bekanntlich bestimmt.


Zu guter Letzt möchte ich Peter Beck danken, dass er sich meinen Fragen gestellt hat. Sicherlich Fragen, die er schon x-mal beantwortet hat. Trotzdem ein großes Danke schön!!!!!

Ich hoffe, ich konnte euch den Vorgeschmack auf Tom Winter in "Die Spur des Geldes" näher bringen.

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