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Mittwoch, 19. November 2014

[Autoreninterview] mit Sina Beerwald

Hallo ihr lieben!


Ich hatte das große Glück, dass mir Sina Beerwald ein paar Fragen per Mail beantwortet hat. Ich habe sie einfach gefragt, ob sie es machen würde und sie hat gleich zugestimmt.



In diesem Interview verrät sie übrigens auch, wie es mit den Mordsmöwen weiter geht, was ihre nächsten Projekte sind, etc. Durchlesen lohnt sich.

Bevor ihr aber das Interview lesen könnt, möchte ich euch eine Überraschung mitteilen, die so gar nicht möglich gewesen wäre.



Sina hat mir angeboten, ein Buch "Mordsmöwen" verlosen zu dürfen. Ich habe es gerne und dankend angenommen und möchte euch hiermit schonmal auf Nikolaus vorbereiten. An diesem Tag wird die Verlosung statt finden. Ich bin immer noch ganz happy. Also, nicht mehr lange schlafen.... :-) Auch hier, das duchlesen lohnt sich.



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Hallo Sina, herzlichen Dank, dass Du Dich bereit erklärt hast, mir ein paar Interviewfragen zu beantworten.
Du selber kommst aus Stuttgart, soweit ich aber weiß, lebst du auf Sylt. Bitte korrigiere mich, wenn es falsch ist.
4 historische Romane, 1 Thriller, ein Sylt-Krimi und diverse Auszeichnungen darfst Du Dein Eigen nennen. Fühlt sich gut an, oder?

1. Bevor Du Deinen 1. Thriller "Hypnose" herausgebracht hast, schriebst du historische Romane, wie zum Beispiel "Die Goldschmiedin". Dieser Roman spielt um 1747 zur Zeit Kaiser Karl VII, in der die junge Juliane das Handwerk des Goldschmiedens erlernt, wenn auch im Verborgenen, denn zu der Zeit ist es verpöhnt, wenn Frauen arbeiteten.
Wie kamst Du auf die Idee, historische Romane zu schreiben? War es das, was Du Dir von Anfang an vorgestellt hast?
Sina Beerwald: Ich habe mich im reifen Alter von zehn Jahren vor meinen Vater hingestellt und gesagt: "Papa, ich werde mal Schriftstellerin". Woraufhin er meinte: "Kind, lern du was Ordentliches ...
Nun denn, so habe ich Bibliothekswesen studiert und 2006 mit der Arbeit an einem historischen Roman begonnen. Und ja, das wollte ich schon immer machen, da ich mich viel mit Geschichte beschäftigt habe, insbesondere mit der des 18. Jahrhundert. Allerdings interessierten mich weniger die Schaubilder mit Bündnissen, Kriegen und Friedenschlüssen, die mein Lehrer illustriert von dutzenden Pfeilen an die Tafel malte, sondern, wie die Menschen damals lebten. Darum auch in jedem meiner historischen Romane ein Handwerk als Grundthema rund um eine spannende historische Begebenheit, über die wir nicht mehr alles wissen, weil die Quellen verloren gegangen sind.

2. Warum bist Du dann umgestiegen auf Thriller? Nicht, dass Deine Thriller schlecht wären, im Gegenteil. Reizt Dich das Thema mehr, also Thriller?

Das Thema "Hypnose" in einem Thriller zu verarbeiten - diese Idee verfolgte mich schon seit meinem zweiten historischen Roman. Und nachdem ich vier historische Romane geschrieben hatte, war es an der Zeit, meinem Agenten und Verlag zu beichten, dass ich das Genre wechseln möchte. Erst schlugen sie die Hände über dem Kopf zusammen :-), weil sie mich gerne weiter im historischen Genre gesehen hätten, aber als dann das Exposé vorlag hieß es: Machen Sie, jetzt gleich. Unbedingt.

3. Als Du dann "Hypnose" geschrieben hast, hast Du Dich vorher auch hypnotisieren lassen oder hast Du Dich mit Leuten unterhalten, die eine Hypnosesitzung mitgemacht haben?

Ja, für meinen Thriller "Hypnose" habe ich alles recherchiert, was mich nicht unmittelbar mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gebracht hat. Dazu gehörte auch, dass ich mich hypnotisieren ließ. Das war besonders gruselig, nachdem ich den Plot schon im Hinterkopf hatte - ob es möglich ist, unter Hypnose einen Menschen zu einem Mord anzustiften. Dazu war ich natürlich auch mit Fachleuten im Gespräch. In Deutschland gibt es übrigens vier von der Krankenkasse anerkannte Kliniken eigens für Hypnosetherapie.

4. Wenn Du für Deine Romane recherchierst, wie gehst du vor? Hast Du auch schonmal einen Tag bei der Polizei verbracht, um sie bei ihrer Arbeit zu beobachten?

Oh ja. Viele Tage sogar. Bei der Spurensicherung, bei der Wasserschutzpolizei, bei der Mordkommission - und alle sind trotz ihrer vielen Arbeit sehr freundlich und nehmen sich viel Zeit. Ich glaube allerdings auch, dass einige Fachleute sich vorab kein Bild davon machen, wie viele(!) Fragen eine Autorin haben kann :-)

5. Nach "Hypnose" stellst Du Deinen Lesern "Die Mordsmöwen" vor. Ein Sylt-Krimi rund um die Möwe Ahoi!
Was gab den Ausschlag, dass Du Möwen als Ermittler verwendet hast?

Nachdem ich bereits sechs Jahre auf Sylt gelebt hatte, wurde ich von Lesern und Buchhändlern immer wieder gefragt, wann ich denn mal einen Roman schreiben würde, der auf Sylt spielt. Ich wollte aber keine Geschichte erzählen, die auch in Pusemuckelsdorf hätte spielen können. Als ich eines Tages die frechen Möwen bei der Beutejagd beobachtete, habe ich mich gefragt, was wäre eigentlich wenn diese Crêpes-Bude plötzlich geschlossen bliebe und die Möwen sich nicht mehr von räuberischer Erpressung ernähren könnten? Klar, sie würden tierischen Hunger schieben, weil sie sich nicht mehr von räuberischer Erpressung ernähren könnten. Also nehmen sie Ermittlungen auf, was mit ihrem Crêpes-Dealer passiert ist. Entführt, ermordet, ertrunken? Die Möwen gründen die Schoko-Crêpes und geraten in aberwitzige Verwicklungen. Am Ende decken sie einen Mordfall auf, der ganz Sylt erschüttert. 

6. Wie ich erfahren habe, kommt im März Dein neuer Band von den Mordsmöwen raus, der den Titel "Möwenalarm" trägt.
Kannst Du ein wenig erzählen, was Ahoi und seine Freunde erleben werden?

Ja, das darf ich jetzt schon ein bisschen verraten:


Möwerich Ahoi, Scheff einer Sylter Möwenbande schlägt Alarm: Seine frisch Angetraute findet in der Hochzeitsnacht ein Baby im gemeinsamen Nest vor. Nein, kein Möwenküken – ein menschliches Baby. Das Ermittlungsfieber packt die Möwenbande. Das Problem nur: Wie versorgt man so ein flugunfähiges Windelding?

Auf der Suche nach den Eltern des Babys gerät die Möwenbande in turbulente Situationen – und kommt einem spektakulären Entführungsfall auf die Spur.

7. Wenn Du schreibst, wie gehst Du vor? Machst Du Dir im Vorfeld Notizen über die Personen, die Story, etc.? Also schreibst Du Dir einen kleinen Plot? Oder bist Du jemand, der einfach aus dem Kopf heraus schreibt?

Ich mache mir vorher viele Gedanken über die Personen, die Möwen :-)), recherchiere und plane die Handlung. Besonders während der Recherche kommen mir oft noch Ideen. Und wenn ich dann zu schreiben beginne, habe ich auch eine Vorstellung vom Ende des Buches - ob es dann wirklich so kommt, das steht auf einem anderen Blatt Papier :-)

8. Was war die höchste Zahl an Seiten, die Du löschen musstest, weil das, was Du geschrieben hast, beim Durchlesen nicht mehr in Deine Story passte?

Ehrlich gesagt, höchstens mal eine Seite. Das liegt aber auch daran, dass ich eher langsam schreibe und schon die Rohfassung praktisch das fertige Manuskript ist. Dafür habe ich für ein Buch schon mal drei Anfänge geschrieben. Den Text habe ich auch nicht gelöscht - der erste Anfang steht im gedruckten Buch ungefähr auf S. 50.

9. Ich hoffe, ich darf Dich auch etwas persönliches fragen. Es ist ja nun bald Vorweihnachtszeit. Wie verbringst Du diese Zeit bis Weihnachten? Wie verbringst Du Weihnachten?
Hast Du eine bestimmte Tradition zu Weihnachten, die es jedes Jahr wieder gibt?
Gibt es an Weihnachten etwas bestimmtes, was Du mit Deiner Familie zubereitest? Zum Beispiel: Gänsebraten? Kartoffelsalat ganz klassisch oder gar Weißwurst?
Geht ihr in die Kirche?

Weihnachten wird bei uns schwäbisch-klassisch mit Bratwürschtle und Kardoffelsalat gefeiert. Und mit Tannenbaum. In die Kirche gehe ich, um eine Kerze anzuzünden und an alle zu denken, denen es nicht so gut geht.

10. Wenn Du mal nicht weiter kommst, wie entspannst Du Dich?

Ich gehe am Meer spazieren, kraule meinen Kater, lese oder koche, gehe in die Sauna - aber wenn es mal im Manuskript nicht weitergeht, dann bin ich erst wirklich dann entspannt, wenn ich so lange davor gesessen habe, bis ich herausgefunden habe, wo der Fehler liegt und warum ich in der Geschichte nicht weitergekommen bin - und weg ist die Schreibblockade.

Liebe Sina, ich danke Dir ganz herzlich, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.
Vielleicht möchest Du noch ein paar letzte Worte los werden?!
Ich danke dir, liebe Jenny, für das Interview. Deine Fragen waren für mich sehr spannend zu beantworten und darum war es mir ein großes Vergnügen. Vielen Dank für deine Mühe und weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog!

Ich möchte Dir und Deiner Familie nun eine wunderschöne Vorweihnachtszeit wünschen und natürlich auch ein tolles Weihnachtsfest im Kreise Deiner Lieben.

Ganz liebe Grüße sendet Dir

Jenny, alias TemptationLady

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Ich hoffe, Euch hat das Interview genauso viel spass gemacht, wie mir.

Zu Nikolaus werde ich diese Verlosung starten und ihr erhaltet von Sina persönlich signiert das Buch, mit Lesezeichen, etc. Mitmachen und Augen offen halten lohnt sich auf alle Fälle.

Eure Lady

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