Sonntag, 25. September 2016

Mord am Hellweg´s Thrill im Schloss Teil 1




Lange habe ich den Tag herbei gesehnt und am 24.09.2016 war es endlich soweit. Ich hatte zwei Karten für die große "Mord am Hellweg" Thrillernacht mit Max Bentow, Louise Welsh und Chris Carter ergattert.



Das ganze fand im Schloss Cappenberg statt, besser gesagt, im Schlosstheater. Ein kleiner Saal, in dem die Stühle ungefähr wie im Kino angeordnet waren. Man hatte keine Köpfe vor sich, sondern saß etwas höher. Das fand ich total gut, denn so hatte jede Reihe einen sehr guten Blick nach vorne auf das Podium.

Ich war froh, dass wir frühzeitig losgefahren sind, denn es sollte schon um 19 Uhr beginnen und wir waren ca. 18:15 Uhr schon da und hatten noch freie Platzwahl. Nach und nach füllten sich die Plätze und um 19 Uhr spielte das Landespolizeiorchester NRW eine Musikeinlage. Total toll und schon nach den ersten beiden Tönen wusste man genau, hier geht es um die Filmmusik vom Tatort.



Sigrun Krauß begrüßte uns als Gäste und stellte den Abend vor, was uns erwarten würde. Auch wäre Mord am Hellweg dieses Jahr zum ersten Mal am Schloss Cappenberg zu Gast. Schlossherr ist Graf Kanitz.
Früher war das Schloss einmal ein Kloster. Wer mehr über dieses Schloss erfahren möchte, klickt einfach HIER.

Nach der Begrüßung kam Max Bentow auf die Bühne, ein Berliner Autor, dessen aktuelles Buch "Der Traummacher" ist. Margarete von Schwarzkopf war seine Interviewpartnerin und stellte ihn ein wenig vor.



Max Bentow hatte schon immer ein faible für Kriminal-Literatur. Er war als junger Mann fasziniert von Patricia Highsmith. Aber auch Henning Mankell´s Wallander interessierte ihn sehr und er verfolgte es immer weiter.
Sein großes Vorbild ist und bleibt aber Thomas Harris mit den Büchern "Hannibal", "Das Schweigen der Lämmer", etc.

Seine Herangehensweise an "Der Traummacher" war eigentlich ganz simple, denn er hatte sich mal die Frage auf ein Blatt Papier geschrieben: "Was wäre, wenn die Toten wiederkehren?" Neugierig geworden? Dann solltet ihr euch "Der Traummacher" nicht entgehen lassen, denn der Autor las auf der Lesung Kapitel 1 und Kapitel 2 vor und ich fand es ziemlich spannend gemacht. 

Überrascht war ich zu erfahren, dass er früher Schauspieler war, aber das merkte man schnell, als er sein erstes Kapitel vorlas. Er hat eine angenehme Vorlesestimme und spielte auch mit dieser. Es war faszinierend mit anzusehen, wie er während des Vorlesens mitging. Sein ganzer Körper ging mit, seine Mimik. 
Sein letzter Satz "Es läutete an der Tür" brachte das Publikum zum lachen, ihn selber aber auch, denn der Grund dafür war, das die Turmglocke einmal schlug :-)


Im nächsten Herbst erscheint ein neues Buch von ihm, allerdings ohne seinem Ermittler Nils Trojan.  Es wird ein sogenannter Stand-Alone-Thriller werden, ganz klassisch gestaltet, aber mehr wollte er noch nicht verraten.

Auf die Frage hin, wie er so arbeitet, meinte der Autor, dass er sehr akribisch arbeite. Er erstellt einen Plott, ein halbes Jahr wird das Buch, bzw, die Story geplant und ein weiteres halbes Jahr wird sie geschrieben.

Nach diesem Interview kam wieder das Orchester auf die Bühne und spielte die Titelmelodie von der Serie Derek.
Danach war erstmal eine Pause angesetzt.


Weiter geht es demnächst mit Teil 2 und Louise Welsh.


Das sind die bisher erschienen Bände von Max Bentow rund um den Kommissar Nils Trojan:

- Der Federmann
- Die Puppenmacherin
- Die Totentänzerin
- Das Hexenmädchen
- Das Dornenkind
- Der Traummacher


Freitag, 9. September 2016

[Abgebrochen] Ule Hansen - Neuntöter

Klappentext:


Vor Menschen hat sie Angst. Serienmörder versteht sie.

Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen.

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Veröffentlicht im Heyne-Verlag (29.02.2016)
als broschierte Ausgabe gelesen ~*~ 496 Seiten
broschiert: 16,99 € ~*~ E-Book 12,99 €
ISBN: 978-3453438040
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Inhalt:

Es dauert lange, bis die drei Mumien auf einem Baugerüst, hoch über Berlin, entdeckt werden. Ein kleiner Junge findet diese, in Panzerband eingewickelten Mumien. 
Emma ist die Ermittlerin in diesem Fall, doch hat sie auch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, je tiefer sie in den Fall hinabgleitet.

Ich habe dieses Buch abgebrochen, da ich überhaupt nicht in die Geschichte gefunden habe. Ich konnte mit der Hauptprotagonistin überhaupt nichts anfangen. Sie wirkte auf mich eindimensional und leblos. Sehr schade, wie ich finde.
Nicht nur die Charaktere haben mich nicht mitgenommen, auch die Story an sich konnte bei mir nicht landen.

Mein Fazit:

Ich habe nach ca. 150 Seiten aufgegeben, weil ich mich mehr gequält habe, als das es mir Freude bereitete, zu diesem Buch zu greifen. 1 Stern.

Dienstag, 6. September 2016

Rezi: Ursula Poznanski - Elanus

Klappentext:


Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.

Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.

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Veröffentlicht im Loewe-Verlag (22.08.2016)
als broschierte Ausgabe gelesen ~*~ 416 Seiten
TB: 14,95 € ~*~ E-Book 12,95 €
ISBN: 978-3785582312
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Inhalt:

Jona ist ein hochbegabter Jugendlicher im Alter von 17 Jahren. Er hat ein Stipendium an einer sehr guten Universität erhalten und freut sich schon auf den Uni-Alltag. Doch leider geht schon die Abholung vom Bahnhof schief. Die Familie, bei denen er wohnen kann, erscheint einfach nicht.
Es wird sich zwar tausendmal entschuldigt, aber trotzdem merkt Jona, das irgendetwas nicht in Ordnung ist. 
Am nächsten Tag versucht er ein Gespräch beim Direktor der Uni zu erhalten, doch ihm wird mitgeteilt, dass der Direktor viel zu tun hat und es im moment nicht möglich ist, ihn zu sehen. So bleibt Jona nichts anderes übrig, als die Anfängerkurse zu besuchen, statt wie vereinbart, die höheren Kurse.
Gleich am ersten Tag macht er sich auch sehr unbeliebt bei einigen Mitschülern und auch beim Professor, als er den Unterricht der höheren Kurse an sich reißt. Aber er weiß sich zu helfen und entschuldigt sich bei einigen Leuten und so kommt er an diverse Handynummern.
Denn Jona hat eine Drohne entwickelt. Elanus ist ihr Name, nach einer seltenen Vogelart benannt. Doch was als Spaß gedacht ist, hat böse Folgen für Jona. Denn er erfährt Dinge, die gar nicht für ihn bestimmt waren. Eigentlich sollte niemand etwas erfahren....

Mir hat Jonas Charakter sehr gut gefallen. Eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher, der doch in manchen Situationen überheblich wirkt. Aber gerade diese Überheblichkeit lässt tief blicken. Wird er doch das Wunderkind genannt, so ist er in diversen Zwischenmenschlichen Situationen ziemlich gerade heraus und eckt somit sehr oft an.
Doch als es brenzlig wird, kann er sich auf zwei Freunde verlassen, die er mit der Zeit gefunden hat.
Auch die anderen Charaktere sind meines Erachtens nach gut ausgearbeitet. Mir gefielen auch die "Zieheltern" von Jona sehr gut. 
Ich kann nicht alle Charaktere näher beschreiben, denn sonst müsste ich spoilern und da sage ich einfach: Lest selbst, denn ich finde, es ist wieder ein gelungenes Jugendbuch, welches der Autorin Ursula Poznanski von der Feder gesprungen ist.
Aber natürlich nicht nur für Jugendliche. Ich hatte sehr viel Freude an dem Buch, denn der Schreibstil war wieder locker flockig. So wie ich es von der Autorin gewohnt bin. Sie hat die Spannung ganz langsam und sachte aufgebaut und doch so spannend geschrieben, dass sie mich am Lesen gehalten hat. 

Mein Fazit:

Ein toller Jugendthriller, der definitiv 5 Sterne verdient hat. Ich bin sehr gespannt, wie dieses Buch meinem Sohn gefallen wird.


Weitere Jugend-Bücher der Autorin:

Erebos
Saeculum
Die Verratenen Band 1
Die Verschworenen Band 2
Die Vernichteten Band 3
Layers


Kaspary & Wenninger-Reihe:

Fünf
Blinde Vögel
Stimmen 


Zusammen mit Arno Strobel:

Fremd
Anonym (vorauss. 21.09.2016)



Sonntag, 21. August 2016

Ein mörderisches Interview zu Mord am Hellweg


Hallo meine Lieben!


In etwas mehr als 3 Wochen geht "Mord am Hellweg" in die 8. Runde. Ein tolles Festival, über das ich in der Vergangenheit schonmal berichtet habe.

Ich bin definitiv ein Fan dieses Krimifestivals, denn alle zwei Jahre kommen hochkarätige Autoren aus der ganzen Welt in die Hellweg-Region und stellen ihre eigenen Bücher vor, oder aber sie waren im Vorfeld in dem Ort, in dem sie ihre Lesung halten, zur Recherche.

Nun ist es mir gelungen, mit den beiden Verantwortlichen des Festivals ein Interview zu führen, worüber ich mich sehr freue.

Meine Interviewpartner waren:

Sigrun Krauß, die Bereichsleiterin Kultur der Kreisstadt Unna, sowie

Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro Unna e.V.


Copyright Foto: Kreisstadt Unna


Ich wünsche euch nun viel spass bei dem Interview, in der Hoffnung, euch "Mord am Hellweg" noch ein wenig näher zu bringen.




1. Wie entstand denn nun genau die Idee, ein solch großes Festival auf die Beine zu stellen? Wer brachte die Ideen an den runden Tisch?
 
„Mord am Hellweg“ hatte einen „Vorläufer“. 1999 haben wir (Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro Unna e.V. und Sigrun Krauß, Bereichsleiterin Kultur der Kreisstadt Unna) das Projekt „Stimmengewirr-Literaturstop Hellweg“ mit Autoren aus 22 Ländern durchgeführt. Der Grundgedanke war, eine Region, die zudem im Wandel begriffen ist, zum Schauplatz von Literatur zu machen. Kulturen, Sprachen, die auf diesen Handelswegen in die Region kamen, haben diese Region mitgeprägt. Die großen Handelswege kreuzen diese Region. Viele Menschen reisen hier durch, sind hier geblieben, haben sich hier verwurzelt und mit ihrer Kultur die Region bereichert. Die Landesstelle Unna Massen ist die erste Station für Asylsuchende, Aussiedler etc. in einem neuen Lebensabschnitt.
Lesungsorte waren Lokalitäten, die den Wandel von einer Industrieregion zur Dienstleistungsregion illustrierten, ungewöhnliche Orte. Das stieß nicht bei allen Projektpartnern auf gleich große Resonanz, fanden bis dahin doch die Lesungen an den klassischen Leseorten statt.
Der Name und die Geschichte des Hellweges haben uns dann nach erfolgreicher Durchführung des oben skizzierten Projektes dazu animiert, den Krimi als literarische Gattung in den Vordergrund zu stellen. Zudem liegt die Region Hellweg mitten in Europa, an den Kreuzungspunkten großer europäischer Verkehrswege. Hier muss und musste praktisch alles durch, was von Ost nach West, von Nord nach Süd wollte oder umgekehrt.
Nicht nur Karl der Große zog mit seinen Truppen hier durch, auch Wegelagerer, Mörder und Verbrecher haben in der Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Heute sind es vielleicht eher Autoschieber oder andere Kriminelle und Verbrecher, die sich diese Verkehrswege zu Nutze machen.
Was lag also näher, als in dieser Region ein großes internationales Krimievent anzusiedeln. Vertreten sind auf diesem Festival nationale und internationale KrimiautorInnen. Das passt doch in die Region.
Europas größtes internationales Krimifestival hat seinen Namen vom berühmtesten aller Hellwege, der mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße von Duisburg nach Paderborn. Der Name Hellweg soll unter anderem neben Salz- auch Toten- oder Höllenweg lauten, abgeleitet von der altgermanischen Göttin des Todes, Hel. Auf dem Hellweg hat bereits Karl der Große seine für Europas Geschichte maßgeblichen Sachsenfeldzüge organisiert. Die Region war und ist Knoten- und Verkehrsschnittpunkt in der Mitte Europas. Der Hellweg liegt um das auch für Europa verkehrstechnisch bedeutende Kamener Kreuz herum, Schnittstelle der Autobahnen A1 und A2.  
 
 
2. Nun sind ja nicht nur nationale Autoren dabei, sondern auch Internationale Größen, wie Tess Gerritsen in diesem Jahr, oder Chris Carter. Worüber sich natürlich auch viele freuen, dass Cody McFadyen ebenfalls nach Deutschland kommt.
Wer sucht die Autoren aus? Darf man als Besucher des Festivals auch Wünsche äußern, wer mal unbedingt dabei sein sollte?


Ja, wir freuen uns auch sehr, dass Cody McFadyen zum Festival kommt, aber auch über viele weitere Autorinnen und Autoren. Wünsche äußern darf jeder… ob sie erfüllt werden? Das hängt von vielem ab, was wir nicht immer steuern können. Ein solch großes Festival benötigt Intendanten, die die inhaltlichen Linien vorgeben, eine Aufgabe der Festivalleitung von „Mord am Hellweg“. Dazu gibt es ein kreatives Team, das die Krimilandschaft ebenfalls durchforstet. Qualität ist ein wichtiges Merkmal des Festivals. und so präsentieren wir Spitzenautorinnen und -autoren aus dem nationalen und internationalen Krimigenre. Voraussetzung ist in der Regel, dass sie eine Neuerscheinung im Festivaljahr auf dem Markt haben. „Mord am Hellweg“ ist Europas größtes internationales Krimifestival, das aber dabei nicht nur auf große Namen setzt, die sich bereits etabliert haben, sondern auch immer wieder auf der Suche nach Newcomern ist, nationalen wie internationalen.



3. Alle zwei Jahre findet das Festival statt. Und zu jedem Festival gibt es auch die Krimi-Anthologie. Wie entstehen die Ideen zu dem jeweiligen Titel? Das letzte zum Beispiel hieß: Sexy. Hölle. Hellweg VII
Bringen die Autoren, die an den jeweiligen Orten recherchieren ihre Ideen mit ein, also für den Titel oder steht der vorher schon fest?


Zum Thema für die Anthologie gibt es oft ein vielfältiges Brainstorming, an dem viele mitwirken, zum Beispiel auch die Verlegerin des Grafit Verlag in Dortmund, wo unsere Bände seit Beginn an erscheinen. Schließlich entscheidet aber die Festivalleitung. Mit dem von uns in Auftrag gegebenen thematischen (literarischen) Mordauftrag schicken wir dann die Autoren in die einzelnen Orte zur Recherche. Natürlich hat jede Autorin/jeder Autor eine eigene Interpretation des von uns vorgegebenen Themas.


4. Nach welchen Kriterien werden die „Tatorte“ ausgesucht, also die Lesungsorte? Dieses Jahr ist zum Beispiel ein Bestattungsinstitut, der alte Schlachthof in Soest, eine Zahnarztpraxis unter den Schauplätzen.

Das Bestattungshaus und der Schlachthof Soest sind schon seit Jahren Spielorte des Festivals, in einer Zahnarztpraxis haben wir allerdings noch nie gelesen.

Die Hellweg-Region bietet viele spannende Orte, die förmlich danach rufen, inszeniert zu werden. Eine wichtige Säule des Festivals war deshalb auch von Anbeginn die besondere Lokalisierung der Veranstaltungen. Die Außenwirkung der Veranstaltungen resultiert neben zugkräftigen Autoren auch aus dem Ambiente der Räumlichkeiten.
Wenn wir zurückblicken, dann haben wir bereits in eine Reihe von spannenden Orten Veranstaltungen organisiert.

Wir waren in Burgruinen und auf Halden, in Zechentürmen, Kirchen, Museen, Fabrikgebäuden, Justizvollzugsanstalten, Bergwerken, Tresorräumen, in Golfclubs, Schwimmbädern, Mühlen, auf Booten und in Bussen, in einem ganzen Dorf, auf Bauernhöfen, in Autozentren, in Brauereien oder z.B. einem polnischen Restaurant und einem irischen Pub – Orte, die Wandel als auch Vielfalt der Region widerspiegeln. Und jedes Jahr kommen neue interessante Spielorte hinzu wie z.B.dieses Jahr die Five Star Rodeo Pferderanch in Bad Sassendorf, das Museumsdorf Barendorf in Iserlohn, das Wasserschloss Haus Lüttinghoff in Gelsenkirchen, das Kurhaus Bad Hamm, die Phänomenta in Lüdenscheid, die idyllische Dorfkirche Bönen-Flierich oder der ehemalige Gerichtsherrensitz Haus Witten.


5. Nun werden ja auch alle zwei Jahre die Autoren mit dem europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Die Besucher der Lesungen wählen per Karte, können aber auch im Internet wählen, wer denn nun den Preis erhält, der mit 11.111 € dotiert ist. Wer wählt im Vorfeld die Autoren aus, die nominiert sind? Gibt es auch da bestimmte Kriterien?

Das Prozedere ist genau festgelegt. Mord am Hellweg“ hat mit seinem 2008/2009 erstmals vergebenen „Europäischen Preis für Kriminalliteratur“ einen neuen Akzent gesetzt.

2009 wurde der Preis unter großer medialer Aufmerksamkeit an Henning Mankell verliehen, weitere PreisträgerInnen waren Håkan Nesser (2010/2011), Fred Vargas (2012/2013) und Jussi Adler-Olsen (2014/2015).

In diesem Jahr wird der Preis im Rahmen des Festivals zum fünften Mal ausgelobt. Der Preis ist mit 11.111 Euro dotiert und soll die literarische Bedeutung des Krimi-Genres in Europa stärken. Die Auszeichnung ehrt einen Autor, der sich mit seinem Wirken um die zeitgemäße Rezeption und Weiterentwicklung des europäischen Krimis verdient gemacht hat.

In der ersten Phase sind Verlage, Agenturen, Fachjournalisten, Fachleute etc. aufgerufen, Kandidaten, die die o.g. Kriterien erfüllen, zu benennen.

Nachdem die Vorjury – bestehend aus der Festivalleitung mit Sigrun Krauß und Dr. Herbert Knorr sowie Krimiautor Jürgen Alberts – daraus eine Vorauswahl erstellt hat, unsere sogenannte Shortlist mit elf Namen, wählt die international, jedes Mal neu besetzte, aus sieben renommierten KrimiautorInnen bestehende Hauptjury – 2016 Jussi Adler-Olsen (Dänemark), Christa Bernuth (Deutschland), Ursula Poznanski (Österreich), Bernard Minier (Frankreich), Yrsa Sigurðardóttir (Island), Mitra Devi (Schweiz) und das Autorenduo Nicci French (England) – die Kandidatinnen aus, die sich dann während des Festivals in einer Lesung dem Publikum stellen. In diesem Jahr sind Sebastian Fitzek (Deutschland), Arnaldur Indriðason(Island), Jo Nesbø (Norwegen) und Ingrid Noll (Deutschland) nominiert. Der Preis ist in seiner zweiten Phase ein Publikumspreis, d.h. es entscheiden die Krimifans per Abstimmung im Festivalzeitraum, wie der Gewinner bzw. die Gewinnerin heißt.


6. Ich kann mir vorstellen, dass es viel Arbeit ist, dieses Festival auf die Beine zu stellen. Wie viele Menschen arbeiten eigentlich mit daran, dass dieses Event zu einem großen Erfolg wird?


In der Tat ist „Mord am Hellweg“ ein Großprojekt, das mit einem sehr kleinen Team arbeitet.

(4 MitarbeiterInnen aus dem Westfälischen Literaturbüro , zwei aus dem Kulturbereich der Kreisstadt Unna , drei Volontärinnen und eben wir beide, die wir - neben dem Festival – übrigens ja auch jeweils noch viele andere Aufgaben haben).

Unsere Devise lautet aber trotzdem stets: „Nach dem Festival ist vor dem Festival“. Das Festival ist biennal, was bedeutet, dass wir auch gut ein Jahr für die Vorbereitungen, Recherchen, Weiterentwicklung des Konzeptes, Besichtigung neuer Orte etc. und vor allem für die Einwerbung der Gelder haben und brauchen. Das Land NRW ist zwar der größte Förderer des Festivals, wofür wir von Beginn an sehr dankbar sind, dennoch braucht ein solch ambitioniertes Projekt viele Unterstützer und Förderer. „Mord am Hellweg“ wird unter Federführung vom Kulturbereich der Kreisstadt Unna und vom Westfälischen Literaturbüro in Unna gemeinsam veranstaltet und organisiert, die Programmkonzeption, Werbung, Verpflichtung der Autoren und weiterer KünstlerInnen, Marketing, Presse -und Öffentlichkeitsarbeit, Mittelakquise, Einwerbung neuer Kooperationspartner, Ticketing u.v.m wird alles von uns zentral organisiert. Für die Umsetzung der einzelnen Veranstaltungen vor Ort sind die jeweiligen Kooperationspartner verantwortlich. Transfers der Autoren müssen geregelt werden, Ablaufpläne für die Veranstaltungen entworfen, Lesestellen herausgesucht, Moderatoren mit Infomaterial versorgt werden u.v.m. es steckt so viel Logistik hinter diesem Krimievent, das hier alles aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.


7. Besuchen Sie auch diverse Lesungen?

Die Frage haben Sie jetzt nicht wirklich ernst gemeint, oder? Zugegebenermaßen kann ich nicht alle 200 Veranstaltungen von Mord am Hellweg betreuen, aber so ca. 30 Lesungen sind es schon, die von uns jeweils betreut werden, dazu sind dann unsere MitarbeiterInnen auch noch jeden Tag mehrmals unterwegs Circus Criminale und Final Criminal Act sind obligatorisch.


8. Gibt es womöglich auch einen Lieblingsautoren? Vielleicht sogar ein anderes Genre, welches Sie gern lesen?

Krauß:  Es gibt eine Menge LieblingsautorInnen, die alle aufzuzählen sprengt das Format. Gestern Nacht habe ich mir eine Krimi-Pause gegönnt und gerade Benedict Wells „Vom Ende der Einsamkeit“ begonnen. Ein phantastisches Buch!!!. Ansonsten lese alles, was mir zwischen die Finger kommt; Zeitung, Magazine, Illustrierte (nur beim Friseur!), Krimis, Biografien, Romane, Reiseliteratur, Lyrik..nur eines lese ich nie, Waschzettel und Gebrauchsanleitungen für irgendwelche Geräte.

Knorr: Ich lese alles querbeet. Es bleibt einem bei meiner Tätigkeit auch gar nichts anderes übrig. Und wenn ich jemanden herausheben sollte, wird man mir das vielleicht übel nehmen. Denn irgendwann laufen Sie mir vielleicht über den Weg. Wenn überhaupt Schiller und Schnitzler!


9. Vielleicht möchten Sie mir und meinen Lesern noch etwas über Mord am Hellweg erzählen. Vielleicht etwas, das bisher so nicht erzählt wurde.

Es gibt Geheimnisse, die sollten auch solche bleiben :.)))


Zu guter Letzt möchte ich mich herzlich bei meinen beiden Interviewpartnern bedanken, dass sie mir Rede und Antwort gestanden haben.


Ich hoffe, ich konnte euch allen "Mord am Hellweg" ein wenig näher bringen. Und wer weiß, vielleicht ist der eine oder andere jetzt auf den Geschmack gekommen und schaut sich das Programm an und besucht womöglich die eine oder andere Lesung.

 

Samstag, 20. August 2016

Rezi: Liz Fenwick - Ein Garten in Cornwall

Klappentext:


Bitter enttäuscht von ihrem Freund lässt die junge Architektin Demi ihr Londoner Leben hinter sich und steigt in den Zug nach Cornwall. Dort hofft sie im Cottage ihres Großvaters unterzuschlüpfen. Doch diese Hoffnung zerschlägt sich. Stattdessen vererbt ihr ein gewisser Charles Lake völlig unerwartet einen Anteil an dem herrschaftlichen Anwesen Boscawen. Dessen Witwe Victoria ist alles andere als erfreut, hatte sie nach 40 Jahren Vernunftehe doch gehofft, nun endlich freie Hand über Boscawen und dessen wunderschönen Garten zu haben. Um herauszufinden, was hinter dem Testament steckt, und ob Boscawen beiden Frauen eine Zukunft bieten kann, müssen sie sich einem schmerzlichen Geheimnis aus der Vergangenheit stellen ...


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Veröffentlicht im Goldmann-Verlag (20.06.2016)
als TB gelesen ~*~ 480 Seiten
TB: 9,99 € ~*~ E-Book 8,99 €
ISBN: 978-3442484409
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Inhalt:


Vor ihrem alten Leben in London flüchtend, und auch vor ihrem Ex-Freund, der sie so bitter enttäuscht hat, begibt sich Demi auf die Reise nach Cornwall zu ihrem Großvater. Doch mit der Ruhe ist nichts, denn sie wird auf einmal Erbin eines Anteils des herrschaftlichen Anwesens Boscawen. Charles Lake hat ihr den Anteil vermacht.
Der andere Anteil gehört der Witwe Victoria. Diese dachte, sie hätte nun freie Hand mit dem Anwesen und mit dem Garten. Doch weit gefehlt. Beide müssen sich nun mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

Der Charakter der Demi gefiel mir zwar, doch ging mir ihr Verhalten manchmal auf den Keks, gerade dann, wenn sie ihre Minderwertigkeitskomplexe hatte, das man bei ihr nur ihre Oberweite sehen würde, statt auch, dass sie etwas im Kopf hat. 
Victoria hingegen gefiel mir sehr gut. Sie, die ihrem Mann fremd ging, aber es niemals für möglich gehalten hätte, das ihr Mann aus seiner Rolle heraus fällt. Ein zickiger Charakter, der doch tief blicken lässt, wenn man hinter die Fassade blickt.
Aber auch die Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen. Der eine mehr, der andere weniger gut ausgearbeitet, und trotzdem gut dargestellt.
Liz Fenwick hat mich mit diesem Buch auf eine Reise nach Cornwall mitgenommen, bei der ich mir den Garten des Anwesens Boscawen sehr gut vorstellen konnte. 

Die Geschichte hinter "Ein Garten in Cornwall" hat mich auch fasziniert. Eigentlich war schnell klar, wer Charles war, und doch war es interessant zu lesen, wie die Autorin dieses Detail in die 
Geschichte mit eingewoben hat.

Dies war bestimmt nicht mein letztes Buch von Liz Fenwick.

Mein Fazit:

Eine tolle Familiengeschichte, eine wunderbare Landschaft.  5 Sterne für Liz Fenwick´s "Ein Garten in Cornwall".


Ich bedanke mich beim Goldmann-Verlag sowie beim Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.